Wer in den vergangenen Jahren mit der Marbacher Tafel zu tun hatte, ist ihm vermutlich begegnet: freundlich, hilfsbereit, mit offenem Ohr und oft auch mit einem humorvollen Wort. Für viele war er schlicht „das Gesicht der Tafel“ – und genau so wurde er im Team auch genannt.
Nun verabschiedet sich unser langjähriger Fahrer aus gesundheitlichen Gründen in den Ruhestand.
Geboren 1962, begann sein beruflicher Weg zunächst ganz bodenständig im elterlichen Betrieb, wo er das Handwerk des Heizungsbauers erlernte. Doch schon früh zeigte sich seine kreative Begabung. Er absolvierte eine Ausbildung zum Grafischen Zeichner und widmete sich viele Jahre der Kunst. In seiner Heimatstadt führte er ein eigenes Atelier, später zog es ihn nach Salzburg, wo er als Straßenmaler und Portraitzeichner arbeitete. Dort wurde er herzlich in die Kunstszene aufgenommen – eine Zeit, an die er bis heute gerne zurückdenkt.
Der Liebe wegen kehrte er später wieder nach Ludwigsburg zurück. Auch hier arbeitete er weiter als Künstler und erhielt zahlreiche Aufträge für Unternehmen, Autohäuser, Rathäuser, Fitnessstudios und für Portraitarbeiten.
Vor 15 Jahren kam er schließlich zur Tafel – zunächst als Kunde, dann als Fahrer. Die Tafel suchte damals Unterstützung, und er sagte zu. Rückblickend war dies für ihn weit mehr als nur eine Aufgabe: Es war eine sinnvolle Tätigkeit, mit der er sich voll identifizieren konnte. Menschen in schwierigen Lebenssituationen zu helfen, bedeutete ihm viel – vielleicht auch, weil er selbst wusste, dass das Leben nicht immer geradlinig verläuft.
In all den Jahren hat er unzählige Lebensmittel abgeholt, transportiert und verteilt. Dabei erlebte er, wie sich die Arbeit zunehmend veränderte: mehr Ware, mehr Zeitdruck, mehr Bürokratie und große körperliche Belastungen. Auch das gesellschaftliche Miteinander habe sich verändert, sagt er selbst. Dennoch blieb er der Tafel all die Jahre treu.
Besonders wichtig waren ihm die Menschen. Viele Freundschaften entstanden – mit Kundinnen und Kunden ebenso wie mit den haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeitenden. Immer wieder betont er, wie sehr ihn die gute Gemeinschaft getragen habe: die Zusammenarbeit im Team, mit der Ladenleitung und den vielen Ehrenamtlichen.
Ganz loslassen wird er das Kreative auch künftig nicht. Er schreibt weiter an seinen Büchern, den „Aaron-Ginster-Abenteuern“, die er bei Book on Demand (BoD) veröffentlicht. Außerdem hält er Lesungen an Gymnasien, Grund- und Realschulen.
Die Marbacher Tafel bedankt sich von Herzen für 15 Jahre Einsatz, Verlässlichkeit und Menschlichkeit. Wir verlieren nicht nur einen engagierten Fahrer, sondern einen Menschen, der die Tafel geprägt hat.
Für den neuen Lebensabschnitt wünschen wir ihm alles Gute, vor allem Gesundheit, Freude am Schreiben und viele schöne Begegnungen.
